Fairtrade bringt gerechtes Einkommen

Die Arbeitsteilung ist die gleiche wie schon seit hundert Jahren: Der Süden liefert die Rohstoffe, der Norden verarbeitet sie zu Industrieprodukten. Hier fallen die grossen Gewinne an – bei der Verarbeitung, beim Zwischenhandel und beim Verkauf. Ganz unten im globalen Geschäft stehen die Kleinbauern und Arbeiterinnen in den Entwicklungsländern. Sie erhalten den kleinsten Anteil an der Wertschöpfung. Obwohl sie hart arbeiten und grosse Risiken tragen: Ungeziefer, Krankheiten und Wetterereignisse können Kleinbauern in den Ruin treiben. Ein Preiszerfall am Weltmarkt kann bedeuten, dass der Anbau mehr kostet, als er einbringt. Auch Arbeit auf den Plantagen ist meistens schlecht bezahlt und reicht nicht aus, um die Familie über die Runden zu bringen.

Stabile Abnahmepreise und eigene Projekte

Der Faire Handel garantiert demgegenüber existenzsichernde Löhne und faire Preise für die Menschen, die unseren Morgenkaffee, die Zutaten für den Riz Casimir oder die Baumwolle für unsere Kleider produzieren. Langfristige, stabile und partnerschaftliche Handelsbeziehungen verschaffen den Produzenten im Süden einen fairen Zugang zum Weltmarkt und garantieren ihnen stabile Abnahmepreise. Zu Fairtrade gehört auch die mögliche Vorfinanzierung der Ernte sowie eine Fairtrade-Prämie. Damit werden zum Beispiel eigene Entwicklungsprojekte geplant und umgesetzt, was die Eigenverantwortung der Bauern und Arbeiterinnen stärkt. Der Bau eines Schulhauses oder einer Wasserversorgung kommt nicht nur den Einzelnen, sondern der ganzen Gemeinschaft zu Gute. Viele nutzen die Fairtrade-Prämie, um ihre Produktion auf Bio umzustellen. Wer Fairtrade-Produkte einkauft, fördert also auch eine soziale und umweltverträgliche Produktion.

Max Havelaar: Garantiert Fairtrade

In der Schweiz erteilt Max Havelaar seit 1992 das Gütesiegel für Güter, die nach Fairtrade-Standards produziert und gehandelt werden. Und die Stiftung überprüft regelmässig die Einhaltung dieser Standards. Helvetas ist Mitbegründerin und -trägerin von Max Havelaar und mit dem eigenen FairShop Pionierin des Fairen Handels in der Schweiz. Hierzulande führen heute über 3000 Fachgeschäfte, Supermärkte und Online-Shops Fairtrade-Produkte in ihrem Sortiment. Obwohl die Schweiz weltweit zu den Spitzenreitern gehört, ist der Umsatz für fair gehandelte Produkte noch bescheiden und liegt bei jährlich rund 50 Franken pro Kopf. Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) blickt auf ein erfreuliches Jahr 2013 zurück. Das Umsatzplus beträgt rund 16% gegenüber dem Vorjahr.

 

Weitere Informationen:

>> Max Havelaar
>> Fairshop Helvetas
>> Fair Trade Town Schweiz