Tiere als Nahrungsmittel

Rund 300 Millionen Tonnen Fleisch werden weltweit pro Jahr produziert. Die Armen essen nur einen kleinen Teil dieser Menge, die Wohlhabenden den Löwenanteil: In den USA liegt der jährliche Konsum pro Kopf bei 115 Kilogramm, in Westafrika sind es 4 bis 10 Kilogramm. Doch die Entwicklungs- und vor allem Schwellenländer holen auf. Je höher das Einkommen, desto mehr Fleisch wird gegessen. In den neuen Mittelschichten Chinas, Indiens und Brasiliens steigt der Konsum von Fleisch dramatisch an. Bis ins Jahr 2050 wird sich der weltweite Fleischkonsum gemäss Schätzungen verdoppeln.

1:7 gegen das Fleisch

Die zunehmende Lust auf Fleisch ist verheerend für die Umwelt und für die Ernährung der Weltbevölkerung. Für die Umwelt, weil Nutztiere das Klima belasten – sie verursachen 18 Prozent der Treibhausgase. Diese Treibhausgase entstehen im Tier selbst (bei der Verdauung), bei der Futterproduktion (Waldrodung, Maschinen), beim Transport, im Schlachthaus, beim Kochen und bei der Abfallbeseitigung. Der Verzehr von einem Kilogramm Rindfleisch belastet die Atmosphäre ungefähr gleich stark wie eine Autofahrt von 200 Kilometern.
Die Lust auf Fleisch verschärft auch die weltweite Hungerkrise, denn das Getreide und die Ölsaaten (vor allem Soja), die in den Mägen der Tiere landen, fehlen auf den Tellern der Menschen. Fleisch ist ineffizient: Um eine tierische Kalorie (Fleisch, Eier, Milch) zu produzieren, braucht es durchschnittlich sieben Kalorien Getreide. In einem Rumpsteak von 200 Gramm zum Beispiel stecken 1,3 Kilogramm Getreide und Ölsaaten. Weltweit werden 40 Prozent der Getreideernte an die Tiere verfüttert.

Schweizer Fleischeslust

Auch die Schweiz ist ein Land von Fleischessern: Über 50 Kilogramm isst jeder Schweizer, jede Schweizerin pro Jahr. Doch die Felder und Weiden der Schweizer Bauern geben nicht genug her, um all das Fleisch zu produzieren. Jedes Jahr müssen eine Million Tonnen Futtermittel importiert werden.

Skandale um falsch deklariertes oder vergammeltes Fleisch, um grausame Tierhaltung oder Krankheiten lassen hingegen immer mehr Menschen zu Vegetariern oder sogar Veganerinnen werden. Andere reduzieren ihren Fleischkonsum und beschliessen, nur noch ein Mal pro Woche Fleisch zu essen – und dann aus nachhaltiger Produktion statt billige Massenware.


WissensWerte: Fleisch und Nachhaltigkeit

Eine kompakte, informative Zusammenstellung aller Problematiken im Zusammenhang mit unserem Fleischkonsum.

Wir Einwohner industrialisierter Länder konsumieren jedes Jahr enorme Mengen an Fleisch. Das ist zu viel und in vielerlei Hinsicht problematisch. Flächenverbrauch, Welternährung, Klimawandel, Tierrechte, Umweltverschmutzung, Gesundheit - die industrielle Produktion von Fleisch ist in vielen Bereichen nicht nachhaltig.

Mehr zum Projekt WissensWerte: http://www.wissenswerte.e-politik.de