Verstecktes Wasser

Bei der Produktion von Nahrungsmitteln (und anderen Konsumgütern) wird Wasser verwendet, das dem fertigen Produkt nicht mehr anzusehen ist. Die Wissenschafter sprechen von verstecktem oder virtuellem Wasser. In der Schweiz konsumiert jede Person allein mit der Nahrung 4000 Liter verstecktes Wasser pro Tag. Rund die Hälfte davon ist auf den Fleischkonsum zurückzuführen. Denn der Anbau von Futtermitteln wie Getreide und Soja ist sehr bewässerungsintensiv. Wer auf Fleisch verzichtet, konsumiert nur etwa 2000 Liter verstecktes Wasser.

Art und Herkunft des Produkts entscheidend

Die Menge des versteckten Wassers variiert nicht nur nach Produkt, sondern auch nach Anbauregion. Tomaten in holländischen Treibhäusern mit Tröpfchenbewässerung brauchen 10 Liter, in Spaniens heissem Süden sind es 85 und in Ägypten gar 230 Liter – pro Kilogramm. Auch bei Fleisch und Milch variiert die Menge an verstecktem Wasser je nachdem, ob die Kuh mit bewässertem Soja oder Mais aus heissen Ländern gefüttert wird, wo Wasserknappheit herrscht, oder ob die Kuh Gras von einer vom Regen bewässerten Wiese frisst. Es gibt beim Wasserverbrauch „harmlose Riesen“ wie Kakao oder Vanille, die zwar viel Wasser brauchen, aber nur aus Niederschlägen. Es gibt „gefährliche Zwerge“, die an sich wenig Wasser benötigen, Erdbeeren aus Südspanien etwa, die aber mit immer knapperem Grundwasser bewässert werden.

Zum virtuellen Wasser gehört auch all das Wasser, das im Produktionsprozess verunreinigt wird. Deshalb hat der biologische Anbau eine bessere Wasserbilanz: Hier werden keine Pestizide verwendet, die das Grundwasser belasten.

Versiegte Flüsse, sinkende Wasserspiegel

70 Prozent des globalen Wasserverbrauchs geht aufs Konto der Landwirtschaft. Die intensive Bewässerung in der industriellen Landwirtschaft hat dazu geführt, dass in vielen Regionen die Grundwasserspiegel sinken, wie z.B. in Nordafrika und im nahen Osten, und Flüsse versiegen wie der gelbe Fluss in China oder der Rio Bravo in Mexiko/USA. Die Auswirkungen sind bedrohlich: Ökosysteme werden zerstört und die Selbstversorgung der Menschen mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln ist gefährdet.

Der Konsum von Nahrungsmitteln, die aus wasserarmen Weltgegenden importiert werden, kann ärmeren Bevölkerungsschichten ihre Lebensgrundlage entziehen. Trotz entsprechender Bemühungen gibt es aber noch keine Gütesiegel für eine wasserschonende Produktion.

Wasserverbrauch für Nahrungsmittel:

  • 1 Apfel 70 l
  • Kartoffeln 250 l/kg
  • Mais 900 l/kg
  • Brot 1300 l/kg
  • Reis 3000 l/kg
  • Käse 5000 l/kg
  • 1 Hühnerei 225 l
  • Rindfleisch 15‘000l/kg
  • 1 Tasse Kaffee 140 l
     

Wasser gibt es reichlich...

... die Frage ist, wie wir damit umgehen.

Obwohl wir auf der Erde genug Trinkwasser haben, ist dessen Nutzung ungerecht verteilt. Für die Landwirtschaft und insbesondere die Viehwirtschaft wird ein grossteil des Wassers genutzt. Daher stecken in einem Kilo Fleisch auch rund 15'000 Liter verstecktes Wasser.

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